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Anonymus Destailleur

erstellt von Kulawik Veröffentlicht 26.11.2013 13:05, zuletzt verändert: 26.11.2016 13:44

Zur Bezeichnung

Obwohl schon früh darauf hingewiesen aber auch häufig übersehen wurde, dass im Codex Destailleur D mehrere Hände zu verzeichnen sind, hat sich der von Hermann Egger 1903 eingeführte Name in der Literatur so weit etabliert, dass er hier weiterhin verwendet werden soll. Dabei erscheint es legitim, ihn für den Hauptzeichner des Codex zu reservieren, dem mit ca. 90 % der grösste der Zeichnungen und/oder Beischriften zuzuordnen sind. Da die unten ausführlicher begründete Identifizierung dieses Zeichners mit dem in den Akten des Archivio storico der Reverendissima Fabbrica di San Pietro erwähnten Guielmo francioso nicht als vollkommen gesichert angesehen werden kann, wird er auch im Katalog vorläufig weiterhin als Anonymus Destailleur bezeichnet.

Charakteristiken der Hand

Masslinien

Sehr charakteristisch für diesen Zeichner sind die Maßlinien, die zumeist links die Baukante schneiden, wobei der Schnittpunkt durch einen von links unten nach rechts oben verlaufenden Schrägstrich zusätzlich markiert wird; eine Ergänzung durch einen weiteren, im rechten Winkel dazu verlaufenden Strich zum „x“ unterbleibt aber fast immer. Dagegen erreichen die Maßlinien mit ihrem rechten Ende oft nicht den Schnittpunkt mit der Baukante bzw. der zu dieser führenden Senkrechten, werden dort aber nun mit einem x-förmigen Kreuz bezeichnet.

0  Die Null ist zumeist nur ein sehr kleines, weitgehend kreisförmiges o.
1 Die Ziffer erscheint durchweg als einfacher, kurzer senkrechter Strich, sehr selten mit einem zusätzlichen Punkt darüber als „i“. 
2
Die Ziffer ist mit nur sehr wenigen Abweichungen z-förmig, wobei die obere Wendung gelegentlich nicht ganz spitz ist, sondern leicht gerundet. 
 
3 Die Ziffer 3 weist eigentlich keine besonderen Charakteristika auf – nur im Unterschied zum nach rechts geschwungenen unteren Teil der Ziffer in der Handschrift des "Kopisten des Anonymus Destailleur" ist die (moderne) Regularität der Schreibweise als Unterscheidungskriterium wichtig. Die "spitzwinklige" Form des oberen Teils tritt nicht immer auf, oft ist dieser auch rundlicher.
4 Die Ziffer ist oben geschlossen, oft aber sehr in die Breite gezogen. 
5
Die Ziffer gerät meist zu einem schrägen, einfachen blitz- oder scharf s-förmigen Haken, der an Runen erinnert.
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7 Die Ziffer ähnelt dem hier vorliegenden Druckbild: Sie wird gebildet durch zwei, im spitzen Winkel zusammen gesetzte Striche, von denen der untere gelegentlich ganz leicht nach links konvex gekrümmt ist.  
8 Diese Ziffer ähnelt einem oft sehr flach und breit geratenen, kleinen griechischen gamma, dessen untere Schleife sich nur leicht öffnet. Der obere Abschluss erfolgt durch einen waagerechten Strich. 
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