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5. Schlussbemerkung

erstellt von Kulawik Veröffentlicht 01.10.2018 12:50, zuletzt verändert: 27.05.2019 19:09

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz besitzt mit den erwähnten Codices Destailleur D und OZ 109 in der Kunstbibliothek sowie dem Codex Pighianus und der Sylloge Waelscappels in der Staatsbibliothek vier der umfangreichsten und hinsichtlich des Inhalts bedeutendsten Quellencorpora aus dem Umkreis der Accademia, übertroffen wohl nur hinsichtlich der Menge durch die 29 Bände mit den Münzzeichnungen Stradas in der Forschungsbibliothek Gotha, die nur in Teilen der Accademia zuzurechnen sind. Leider sind die Berliner Codices z. Z. nicht benutzbar. Die Stiftung könnte und sollte bei der Erschließung der Accademia–Bestände eine führende Rolle spielen, wobei die Stärke der Antikenforschung in Berlin (Deutsches Archäologisches Institut, universitäre Archäologie, Exzellenzcluster TOPOI, Archäologisches Zentrum), die Sammlungen der Museen und Bibliotheken sowie Institutionen wie der Census of Antique Works of Art and Architecture und das Corpus Inscriptionum Latinarum (beide BBAW) zudem ein weltweit einmaliges Umfeld für ein Forschungsnetzwerk zur wissenschaftlichen Erschließung des Accademia-Materials bilden könnten. Seine Bedeutung für die historischen Wissenschaften und deren Geschichte sowie für die Geschichte wissenschaftlicher Forschung allgemein wurde oben skizziert, bisher aber kaum und nur in Teilen erkannt und lässt eine noch unüberschaubare Erweiterung unseres Wissens über die römische Antike und ihre Rezeption erwarten, deren Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Kultur und ihren Beitrag zum — gerade in Berlin einmalig präsenten — Weltkultur kaum überschätzt werden kann.